Johannes Wagner-Friedrich

1. Vorsitzender

Johannes Wagner-Friedrich

Aufgewachsen auf einem kinofernen Dorf in Südwestmittelfranken, da gab es hin und wieder „Filmreisende“, die mit einem 16mm-Projektor und „Ben Hur“ oder „Die zehn Gebote“ den Wirtshaussaal bespielten, später beim Studium in Erlangen, Marburg und Wien reichlich und viel im Kino „nachgeholt“, Pasolini und Wenders sozusagen in- und auswendig gelernt, in Nürnberg regelmäßig „Casablanca“ und „Meisengeige“ besucht, später mit Jugendlichen an der deutsch-deutschen Grenze einen „Filmtreff“ eingerichtet, in dem wir wöchentlich im Gemeindehaus 16mm-Filme auf großer Leinwand zeigten, seit über 20 Jahren in Bamberg von den Kurzfilmtagen im „Strandcafé“ über das Ende des Luitpoldkinos und den Multiplex-Krieg bis zum gescheiterten Programmkino-Versuch in der Unteren Königstraße schließlich die Entstehung des „Lichtspiel“ und des „Odeon“ miterlebt. Warum ist Kino eine Leidenschaft? Wahrscheinlich weil es, wenn es gut ist, ergreift und anrührt, aufregt und verstört, fesselt und wieder freigibt, immer wieder neue Erzählformen und Bildersprachen entwickelt, zugänglich ist, selbst wenn es anspruchsvoll ist, kurz: das Medium für Neugierige! Meine „Favorits“ derzeit sind natürlich die Coen-Filme, Hanecke sowieso, Christian Petzold mit der phänomenalen Nina Hoss, Isabel Coixet, Daniel Sanchez Arévalo, aber auch die vielen kleinen unbekannten, in denen kaum ein Mensch war, aber hin und wieder trifft man doch eine/n… „Im Kino gewesen. Geweint. Maßlose Unterhaltung.“ (Franz Kafka)